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Umbau einer Märklin BR 185.2 aus dem Hobby-Sortiment

Umbau einer Märklin BR 185.2 aus dem Hobby-Sortiment


Die Loks aus dem Hobbysortiment weisen generell eine gute Detaillierung auf und sind solide konstruiert. Die Zugkraft ist gut, die Fahreigenschaften sind meines Erachtens aber leider ungenügend, wenn man hohe Ansprüche hat. Ebenso sind Möglichkeiten das Spitzensignal zu schalten nicht zeitgemäß.

Des Weiteren haben viele Loks noch gelbe LED auf dem Flexprint verbaut. Dies könnte man zwar leicht ändern, aber das ändert an den nicht vorhanden Functionmapping - Möglichkeit nichts und auch verbleibt der rudimentäre auf der Lokplatine integrierte Decoder, der nur das Märklinformat versteht. Auch gibt es keine roten Schlußlichter.

Bild 1 zeigt die Lok im Originalzustand und Bild 2 das gelbe Spitzensignal.

Da ich DCC nutze musste die Möglichkeit geschaffen werden einen geeigneten DCC- oder Multiprotokolldecoder mit Schnittstelle einbauen zu können.

Die erste Überlegung eine eigene Platine zu entwerfen, wurde nach kurzer Internetrechersche sofort verworfen. Zum einen ist der Aufwand für nur eine Lok imens und da es von Modellbau-Schönwitz bereits eine Platine mit Schnittstelle und neuen Beleuchtungsplatinen mit allen gewünschten Lichtfunktionen für 29€ fertig gibt, fiel die Wahl auf dies Platine.

Die Beschreibung ist auch für nicht Elektroniker gut verständlich und der Umbau ist einfach und in einer halben Stunde erledigt.

Die folgenden 7 Bilder zeigen die Umbauschritte.

Nach dem Abnehmen des Gehäuses werden die flexiblen Beleuchtungsplatinen ausgebaut und die „Gleisanschlüsse“ von der Lokplatine abgelötet. Jetzt noch den Motor von der Hauptplatine ablöten. Das macht man am besten so, daß man mit einer Entlötsaugpumpe das Lötzinn absaugt und dann vorsichtig mit dem Lötkolben die Motoranschlüsse zur Mitte hin biegt. Jetzt kann die Platine abgeschraubt werden und der Motor sollte lose sein.

Soll der Originalmotor beibehalten werden, verbleibt dieser in der Lok!

Jetzt laut Anleitung die neue Platine festschrauben, die Versorgungsleitungen und den Motor wieder anlöten und fertig ist der elektrische Teil des Umbaus. Die neuen Beleuchtungsplatinen fixiert man mit etwas Kontaktkleber (Pattex, o.ä.). Sekundenkleber wie vom Hersteller empfohlen würde ich nicht verwenden. Wartet man nicht ausreichend lange können von den Dämpfen des Sekundenklebers die Scheiben der Lok blind werden, wenn man das Gehäuse zu schnell wieder aufsetzt.

Somit wäre der Umbau erstmal abgeschlossen und ein Lokpilot V4.0 von Esu kann aufgesteckt werden. Andere Decoder harmonieren mit der Platine von Schönwitz leider nicht, da die neue Platine auch Aux 3 und Aux4 benutzt und Verstärker dafür enthält.

Die folgenden 4 Bilder zeigen das Ergebnis des Umbaus, bis hier noch ohne Fernlicht.


Das ist aber kein Problem zumal der Lokpilot V4.0 ein guter Decoder ist und die passenden Einstellmöglichkeiten bietet.

Nach einem kurzen Test auf dem Programmiergleis kann man die erste Probefahrt unternehmen und den Decoder Programmieren.

Das Functionmapping habe ich grundlegend geändert, da das von Schönwitz verwendete Mapping, was man auch so in den Decoder programmiert bekommt, wenn man diesen dort mitbestellt, nicht vorbildlich ist.

Ich habe den Lichtwechsel so programmiert, daß ich den Wechsel rot/weiß mit F1 für Führerstand 1 und mit F2 für Führerstand 2 einschalten kann. Fo hat keine Funktion. Diese Funktion ist bei mir für das Spitzensignal in Steuerwagen reserviert.

Somit kann ich nun bei Lokleerfahrt mit Lichtwechsel rot/weiß fahren F1 und F2 eingeschaltet und bei angekoppeltem Zug bleibt die dem Zug zugewandte Führerstandsseite ausgeschaltet.

F5 bis F7 sind bei mir wieder für die Innenbeleuchtung der Wagen reserviert, die bei einer Zugkomposition in Rocrail dann von der Lok mitbedient werden können. Daher liegen hier keine Lokfunktionen.

F3 aktiviert den Rangiergang und das Rangierlicht, doppel A-Licht.

F8 aktiviert das Abstellicht, auf beiden Seiten rot.

F9 aktiviert das Fernlicht.

F10 aktiviert die Führerstandbeleuchtung, hier nicht eingebaut.

Die Schnittstellenplatine von Schönwitz sorgt auch mit integrierter Logik dafür, daß das Fernlicht und die Führerstandsbeleuchtung fahrtrichtungsabhängig geschaltet wird, sobald die jew. Funktion aktiviert ist. Durch diesen Trick genügen auch die 6 schaltbaren Funktionsausgänge des Lokpilotdecoders.

Die Tabelle 1 zeigt, wie man das Functionmapping und die Beleuchtungseffekte auch ohne Programmiergerät von Esu einstellen kann.

Man sollte sich aber zuvor trotzdem nochmal die Anleitung von Esu zu dem Thema Mapping durchlesen!

Lokpilot 4 Mapping Wendezugloks




Funktionen


physik.Ausg.

log. Funktion
Funktion CV31 CV32 Funktions CV Wert Bezeichnung Ausgang CV Wert Bezeichnung Ausg. CV Wert Bezeichnung
F0 16 2

F0 vorw. 330 0 Ausgang deaktiv

F0 16 2

F0 rückw. 346 0 Ausgang deaktiv

F1 16 2 353 64 F1 vorw. 362 1 A-Licht Fü1

F1 16 2 369 64 F1 rückw. 378 16 rot Fü1

F2 16 2 386 1 F2 vorw. 394 32 rot Fü2

F2 16 2 402 1 F2 rückw. 410 2 A-Licht Fü2

F3 16 2 418 4 F3 vorw. 426 3 Doppel-A-Licht 428 2 Rangiergang
F3 16 2 434 4 F3 rückw. 442 3 Doppel-A-Licht 444 2 Rangiergang
F4 16 2

F4 vorw.


460 1 Verzögerung aus
F4 16 2

F4 rückw.


476 1 Verzögerung aus
F5 16


F5 vorw.




F5 16


F5 rückw.




F6 16


F6 vorw.




F6 16


F6 rückw.




F7 16


F7 vorw.




F7 16


F7 rückw.




F8 16 3 323 16 F8 vorw. 330 48 Abstelllicht

F8 16 3 339 16 F8 rückw. 346 48 Abstelllicht

16 3 355 64 F9 vorw. 362 12 Fernlicht

16 3 371 64 F9 rückw. 378 12 Fernlicht

16 3

F10 vorw.

Führerstandbel.

16 3

F10 rückw.

Führerstandbel.




















Lichteffekte
Ausgang CV31 CV32 Ausgang CV Wert (Modus) Bezeichnung Helligkeits CV Wert Mode Select CV Mode Select Bezeichnung
Licht vorne 16 0 263 128 LED Modus 262 10 259 2 Dimmen Auf- Abblenden Licht vorne
Licht hinten 16 0 271 128 LED Modus 270 10 267 2 Dimmen Auf- Abblenden Licht hinten
Aux1 16 0 279 128 LED Modus 278 31 275 2 Dimmen Auf- Abblenden Aux1
Aux2 16 0 287 128 LED Modus 286 10 283 2 Dimmen Auf- Abblenden Aux2

16 0 295 128 LED Modus 294 10 291 2 Dimmen Auf- Abblenden Aux3

16 0 303 128 LED Modus 302 10 299 2 Dimmen Auf- Abblenden Aux4

Für das Fernlicht waren in meiner Lok keine Bohrungen und kein Lichtleiter vorhanden, Bild 13.

Um das zu ändern muss man die Bohrungen mit einem Bohrzwerg einbringen. Hierzu drückt man von innen die Lichtleiter mit den Scheinwerfergläsern heraus. Nun bohrt man vorsichtig mit 1,5mm die Fernlichter auf. Am besten legt man noch ein Stückchen dünne Pappe zwischen Bohrfutter und Lokgehäuse, damit dem Lack nichts passiert wenn man beim Durchbohren mit dem Bohrfutter ans Lokgehäuse kommt, was durchaus passieren kann und dann hat man einen hässlichen Lackschaden.

Nach dem Aufbohren werden die Scheinwerfer mit Lichtleiter wieder eingesetzt und etwas dünner Schrumpfschlauch über die Vorhandenen Lichtleiter gezogen.

Jetzt ist man schon fertig! Zusätzlichen Lichtleiter einzubauen kann man sich sparen. Ich hatte mit ummanteltem Lichtwellenleiter experimentiert, diesen gibt es nur mit 1mm Durchmesser, was zu dünn ist und trotz korrekter Oberflächenbehandlung der Schnittflächen war das Ergebnis ernüchternd! Die Bohrungen einfach so zu belassen hat meiner Meinung nach den besten Effekt.

Es gibt zwar Loks mit Scheinwerfern an denen beide Lichtleiter angespritzt sind, die für das normale Licht und die für das Fernlicht. Leider gibt es diese Teile nicht als Ersatzteil in den Ersatzteillisten der Loks. Daher sollte man beim Umbau tunlichst darauf achten, die Scheinwerfergläser nicht zu verlieren. Auch auf Anfragen über den Service Kontakt über die Märklin Homepage nach diesem Ersatzteil blieb erfolglos. Ich bekam hier, wie auch schon bei anderen Fragen nach nicht gelisteten Ersatzteilen nie eine Antwort. Ich hoffe man begreift das noch, daß man für seine Modelle auch verlierbare Teile als Ersatzteil anbietet.

Jetzt verfügt die Lok über alle vorbildgerechten Lichtfunktionen. Wer möchte kann nun noch die als Zubehör erhältliche Führerstandbeleuchtung einbauen. Selbige ist aber mit 9€ vergleichsweise teuer und kann einfach selbst hergestellt werden.

Bilder oben: Fernlicht eingeschaltet.

Leider hat Schönwitz keine warmweißen oder gar golden white LEDs verbaut. Somit kann man entweder die LEDs austauschen, was bei einer 29€ Platine eigentlich nicht sein sollte, oder man färbt die LED mit einem orangenen Edding, dadurch erhält man auch einen wärmeren Farbton. Die LED-Farbe und die Festlegung auf den Lokpilot V4.0 könnten doch der Anlaß sein für die nächste TRAXX von Märklin eine eigene Platine zu entwerfen, die mehr Flexibilität bietet. Mal sehen...